Sandkasten und Kriegspolitik - Fatalismus!

Als wir noch kleine Kinder waren, haben wohl die meisten von uns irgendwann einmal im Sand gespielt. Ob auf dem Spielplatz oder am Strand... das Bauen von Burgen war kreativ. Doch es gab immer auch mal Streit. Die ersten blauen Eimerchen flogen hier und da, eine rote kleine Schippe landete auf dem Kopf des Nachbarkindes, ein Gezerre um den grünen Rechen... all das ereignete sich, während die Mütter plaudernd auf den Bänken am Rande saßen oder in den Liegestühlen relaxten. Ja, manchmal griffen sie natürlich auch ein und fast flehentlich riefen: "Yvonne, hör auf damit, die Steffi zu ärgern!" oder "Kevin, spiel doch bitte mit deinen Sachen!" usw. 
Was die Eltern und alleinerziehenden Mütter aber oft nicht ahnten, war die Tatsache, dass hier Kriege ausgefochten wurden. Es ging um Machtstrategien und Besitzverhältnisse. Was in der Vergangenheit Fürsten, Kaiser, Könige und Päpste gegeneinander trieben und Präsidenten mit Diktatoren und Herrschern dieser Welt an Kriegen führen, das... ja, all das spielte sich bereits in meinem und deinem Sandkasten ab. Aber eher unbeoachtet von der UNO, von den Medien in der Regel nicht kommentiert und eigentlich auch ohne Gefahr und Folgen für die ganze Welt.

Das ist heute anders. Der Mord an dem iranischen General Soleimani könnte nun wieder die Brandursache für einen politischen Flächenbrand im Nahen Osten werden. Das rote Schippchen hat sich zum "roten Knopf" unter der Hand Trumps verwandelt, der blaue Eimer (nicht zu verwechseln mit den Blau-Helmen) sind die geballten Ladungen an Kriegsgerät und Waffen, der grüne Rechen - die stationierten Bodentruppen. Ganz gleich, ob es klug war, eine militärische Führungsgestalt zu ermorden, ganz gleich auch, ob es sich sogar rechtfertigen ließe - unsere Welt gerät noch mehr aus dem Gleichgewicht und die atomaren Abkommen werden jetzt wohl komplett im Mülleimer verschwinden.

Mir macht das Angst und es bereitet mir auch Sorge. Ich will nicht wissen, welche politischen Strippen nun alle gezogen werden müssen, und wie man diplomatisch dies oder jenes verhindern kann. Mein Blick gilt den Menschen, die in unseren europäischen Ländern leben, und die sich als iranische Landsleute persönlich angegriffen fühlen. Sie tragen ihre Wut und ihren Zorn in sich - und womöglich leben sie ihn an Unschuldigen aus. Denn das Spiel "Wie du mir, so ich dir!" ist leider immer noch das Motto der Sandkästen unserer Zeit, nur dass diese sich dann z.B. im "Weißen Haus" befinden oder wo auch immer.

 

Australien wird gerade durch einen katastrophalen Flächenbrand anderer Art vernichtet, der Klimawandel bedrängt uns und die Zeit wird knapp. Aber was tun wir? Wir führen unsinnige Kriege und fachen neue Feuer an - aus Geltungssucht, aus Rache, aus gekränkter politischer Willkür und Eitelkeit?! Ist das das Verhalten erwachsener Menschen?

 

Eine Lösung? Ja, die gäbe es! Ich wage es kaum zu sagen. Sie klingt verrückt. Und doch: Der Rückzug aller ausländischer Truppen aus den Gebieten, in denen sie einfach nichts zu suchen haben. Ich weiß, die ersten werden monieren, dass dies ein Fehler wäre, wo doch hier die IS und da diese und dort jene Rebellengruppe noch aktiv ist. Korrekt. Dennoch: Wir werden eine orientalische Mentalität - geprägt durch einen radikalen Islam - nicht mit unseren westlichen Mitteln lösen können, denn dafür ist der islamische Kulturraum zu sehr "gekränkt". Wer drüber mehr lesen möchte, der braucht nur mal das Buch "Islamischer Faschismus" von Hamed Abdel Samad zu lesen. Da wird vieles begreifbar. Europa hat sich einst vom Nahen und doch so fernen Osten abgewandt und sich dem Westen (dem neu entdeckten Amerika) zugewandt. Samad sagt: In diesem Moment begann eine über 500jährige Kränkung. Und wenn man Kinder kennt, die keine Zuwendung erhalten, weiß man, was hier passiert ist. Wenn aber gleichzeitig der große Bruder auch noch überheblich und arrogant über alles drüberfährt... dann wächst der Sandkastenkrieg aus seinen Kinderschuhen. Und Geschwister, die sich gegenseitig das Leben zur Hölle machen sind einfach zu allem fähig.