Vom Sinn der Besinnungslosigkeit

Die Adventszeit bedeutet für viele Stress, Hektik, Geschenkeeinkauf, volle Geschäfte, viele Menschen, Weihnachtsmärkte usw. Gleichzeitig rufen alle nach mehr Besinnung und Verlangsamung, nach Achtsamkeit und Ruhe...

Irgendwas stimmt da nicht, scheint mir. Vor Jahren hatte ich scherzhaft mal gesagt: In diesen Tagen hetzen wir von Besinnung zur Besinnungslosigkeit. Viel verändert hat sich daran noch nicht.

Möchtest du für dich daran was ändern?

Hier mein Fünf-Punkte-Plan, damit mehr Sinn in mein Leben kommt und weniger Besinnungslosigkeit...

1. ZEIT FÜREINANDER! Frage dich, deine Familie und Freunde einmal, wie notwendig wirklich Geschenke sind! Vor allem die Hin- und Herschenkerei... Du gibst mir, also geb ich dir... In unserer Familie haben wir das seit vielen Jahren schon eingestampft. Lediglich die Kinder bekamen immer eine Kleinigkeit. Aber das schönste Geschenk ist und bleibt die Zeit füreinander.

2. ESSEN MIT GENUSS! Musst du eigentlich an Weihnachten so groß auffahren, was das Essen angeht? Ein XXL-Gänge-Menü und hinterher liegen alle vollgefressen unter dem Tisch? Man kann sehr gemütlich zum Beispiel ein Fondue machen oder ein Raclette. Gemeinsam bereitet man alles vor, setzt sich an den Tisch, keiner muss noch zwischen Küche und Esstisch hin- und herhetzen, ein Essen mit Genuss... Wär das was?

 

3. EINKAUF ZEITIGER! Wäre es für dich denkbar, die Einkäufe, die notwendig sind, schon 10 Tage vor Weihnachten (oder sogar früher) abgeschlossen zu haben? Warum stürzen wir uns so gerne in das Einkaufsgetümmel, volle Supermärkte, lange Kassenschlangen und bestellen noch einen Tag vor Heilig Abend etwas im Internet mit der "Wir liefern garantiert..."-Hektik, die sich auf die Mitarbeiter dieser Liefer-"Konzerne" auswirkt? Meine Empfehlung: Einkäufe vorher abschließen!

 

4. ABENDS 15 MINUTEN FÜR DICH! Die Adventszeit war früher einmal eine Fastenzeit. Oh ja! Keine Plätzchen oder so... ;-) Aber das alte "Fasten" meint ja auch, sich den Grundfragen des Lebens einmal stellen... Wozu passiert dies oder das in meinem Leben? Wer bin ich? Wohin will ich? Wer und was ist mir im Leben wichtig? Meine Empfehlung: abends einach mal eine Kerze entzünden, den Raum abdunkeln, eine schöne Musik einlegen und den Gedanken freien Lauf lassen. Oder besser noch: Die Stille aushalten und die Zeit für dich genießen...

 

5. SPURENSUCHE INNERES KIND! Warum rührt uns Weihnachten eigentlich so an? Selbst Menschen ohne religiösen Hintergrund legen großen Wert auf Familie, Idylle, Frieden... Nun, darf ich ehrlich sein? Weil wir nicht um das Geheimnis von Weihnachten drumrumkommen! Da können wir uns noch so säkular verbiegen. Weihnachten ist das Fest einer Geburt. Wenn es "nur" ein Kind wäre, das da auf die Welt kommt, dann könnten wir auch alte Kinderfotos schauen. Es ist ein besonderes Kind. Wir feiern ja in gut drei Wochen, dass Gott in unserer menschlichen Natur eine Heimat findet. Das Kind in der Krippe rührt uns an, weil die beiden Eltern auf der Flucht sind, weil man sie nicht haben will. Weil es einfache Leute von der Straße und vom Feld sind, die das Geheimnis verstehen - und dann noch diese Fremden aus dem Morgenland, die wir fälschlich immer die drei Heiligen Könige nennen.


Es geht um das göttliche Kind - und damit auch um das INNERE KIND in dir und in mir. Dieses innere Kind rührt uns an, weil es Teil unseres Lebens ist. Manchmal haben wir den Kontakt zu ihm verloren. Doch mit diesem inneren Kind in Beziehung zu treten, heißt auch: eine Sinnspur für unser eigenes Leben zu finden ... und Verletzungen und Kränkungen heilen zu können. Dazu demnächst einmal mehr...