Lichteinbringung ins Dunkle

Der November neigt sich dem Ende zu. Manche werden sagen: Gott sei Dank! Denn jetzt beginnt die Zeit, die uns auf Weihnachten hin führt. Die Zeit des Advent. Eine Wartezeit. Aber auch die Zeit, in der der Wettbewerb entbrennt, wer das hellste und am schönsten dekorierte Haus im Dorf hat. Die Schaufenster glitzern und leuchten in bunten Farben, es rührt an... Dazu die Weihnachtsmusik, die - weil sie jetzt schon rauf und runter gespielt wird - an Weihnachten dann keiner mehr hören möchte. Schade! 
Doch etwas Schönes empfinde ich Jahr für Jahr, wenn der Dezember naht! Es ist die Zeit des Lichtes. Licht, das unser Antlitz - um es literarisch mal sehr poetisch zu sagen - mit Glanz erhellt. Da ist der Kerzenschein der vier Adventskerzen, die Sonntag für Sonntag entzündet werden... Da ist der Lichterschmuck in den Straßen der Städte... da sind die Fensterbeleuchtungen, die darauf hinweisen, dass jetzt etwas Besonderes ist, eine besondere Zeit.

Da ist das Lodern der Kaminfeuer - sogar auf den Weihnachtsmärkten an den ein oder anderen Ständen. Es wärmt, es leuchtet, es erfüllt uns mit Licht.

Dieses Licht brauchen wir! Was passiert da eigentlich in uns, wenn wir z.B. eine Kerze länger betrachten, oder "Gedanken-verloren" in ein Kaminfeuer blicken, wie es einst der frz. Philosoph René Descartes tat, um dann - bei einem Glas Rotwein - seufzen zu können: "Cogito, ergo sum!" (Ich denke, also bin ich!)? Was läuft in unserem Gehirn und Biosystem ab?

In unseren Augen gibt es sog. "Lichtrezeptoren", die uns quasi den Lebenstakt vorgeben. Gleichzeitig entsendet unser Gehirn entsprechende Botenstoffe, die unser Biosystem in Gang setzen. Bei Tageslicht ist es Cortisol, das als Stresshormon bekannt ist. Es weckt uns quasi auf und lässt uns konzentriert und aktiv sein. Hierdurch wird der Stimmungsaufheller Serotin angeregt und macht uns fit und leistungsfähig.  

 

Die Erfahrung, die wir machen: Tagweißeslicht aktiviert uns, weshalb diese Beleuchtungskörper in vielen Büros und Produktionsbereichen installiert sind. Angenehmer ist für unsere Augen aber warmweißes Licht. Es entspannt uns. Bei den Mobiltelefonen können wir mittlerweile auch verschiedene Lichtstufen einstellen, u.a. solche, die am Abend die Augen schonen.

 

Mehr und mehr erkennen vor allem Industriezweige und Schulen, dass es aber noch sinnvoller ist, sog. "dynamisches Licht" zu nutzen. Gerade in Schulen zeigt dies enorme Veränderungen. Am Morgen wird eine Lichtquelle eingeschaltet, die mit einer Farbtemperatur von 12.000 Kelvin bei einer Beleuchtungsstärke von 650 Lux Schüler und Lehrer aktivieren soll. Später wird mit 6.000 Kelvin und 1.000 Lux das konzentrierte Arbeiten ermöglicht, oder - z.B. nach viel Aktion und einer Klassenarbeit - wieder auf 2.700 Kelvin runtergeschaltet, um mit nur 300 Lux Lichtstärke Schüler und Lehrer in eine Ruhephase zu begleiten.


"Es werde Licht!" - heißt es im Buch Genesis (1. Buch Mose) in der Bibel. Ganz am Anfang der Schöpfungsmythen wird uns das als erste Aussage aus dem Munde Gottes berichtet. Nicht anders die Theorien vom Urknall. Licht ist entscheidend und sorgt für Leben. Auf vielfältige Weise. Auch im Advent! Es bringt an Weihnachten Kinderaugen zum Leuchten - und nicht nur die! Bringen wir das Licht ein ins Dunkle. Es tut uns gut. Es werde Licht!!!