Hilfe - in 8 Wochen ist Weihnachten!

Manche brauchen das ja. Diesen "Kick" vor Weihnachten, gerade so, als ginge die Welt unter. Mal "gemütlich" einkaufen fahren in die Großstadt, um sich dann vom Glühweinstand zur Würstchenbude durchzustoßen, vorbei an "Oh du Fröhliche" und "Last Christmas" (bis es aus den Ohren rauskommt), rein in die Kaufhäuser, wo du die ersten Minuten nichts siehst, weil dir die Brille beschlägt, um dort die Rolltreppen rauf und den überfüllten Aufzug (mit meiner Klaustrophobie!!!) wieder runter, ewig lange an der Kasse stehen... und so weiter... und so weiter ... puh...

 

Nö. Nö. Nö.

 

Den Betrieb mach ich schon lange nicht mehr mit! Der Advent ist mir immer "heilig", als Zeit für mich. Und jetzt... für meine kleine Familie: meinen Partner, die zwei Katzen und Hunde-Leo erst recht! Plätzchen (für die Österreicher: "Kekse") backen, ein paar ruhige Spieleabende, am 24. morgens gemütlich den Tannenbaum (österreichisch: Christbaum) schmücken (österreichisch: putzen)... Tage zuvor alles einkaufen, was man an Grundversorgung braucht... Ruhige Musik laufen lassen... und hoffentlich keinen Zoff bekommen, welche "Christbaumspitze" auf den Tannenbaum aufgesetzt wird (für die Saarländer zur Memoria: Heinz Becker - Alle Jahre wieder!) oder wo welche Kugeln hängen ...

 

Stress. Das ist das Stichwort für die Adventszeit. Und es ging ja schon vor drei Wochen los. Seit Anfang Oktober verkaufen die Discounter (die ja keine Discounter mehr sein wollen, deshalb geben sie sich ein neues Edel-Outfit) die Lebkuchen, Adventskalender, Kerzen, Pralinen usw. - als wenn morgen schon Weihnachten wäre. Dabei reden eigentlich ja alle von "Entschleunigung", gerade deshalb (echt jetzt?) hetzen wir von Meditation zu Meditation bis zur Besinnungslosigkeit. Nein, das ist natürlich stark übertrieben.

Worum gehts denn eigentlich? Weiß das noch jemand? Ich bitte um Wortmeldungen... Ah ja... da war da so was mit einem Geburtstag, ein Promikind irgendwo im politisch aufgeladenen Israel, eigentlich in der Sperrzone, diesem kleinen Ort, um den eine hohe Betonmauer gezogen ist... Stacheldraht, Check-Points ... Nein, Herr Trump, nicht Berlin, das war woanders. Genau... Betlehem. Es ging um ein Kind... Einfache Eltern... schwierige Situation... Das Kind nicht von ihm... angeblich von einem anderen. Er will sie verlassen, bleibt aber doch. Flüchtlinge halt. Fromme mit Migrationshintergrund.

 

Werden wir wieder ernsthaft. Wir sprechen davon, dass Weihnachten das Fest der "Menschwerdung" (Gottes) ist. Und doch geht es auch um unsere Menschwerdung, unsere Selbst-Werdung. Wer bin ich als Mensch? Bin ich ein geliebtes, gewolltes Kind? Darf ich sein wie ich bin? Wer bin ich, wenn ich nicht den Erwartungen derer entspreche, die den Markt beherrschen - und der Markt kann auch ein Synonym für die Familie, die Firma, die Kirche, die Gesellschaft sein!? Und: Müssen wir uns mit Geschenken abfüllen, damit wir die Wertschätzung "unserer Lieben" spüren? Hauptsache teuer und viel?

Also: Zeit des Advent ist Zeit des Sich-Näherkommens (sich selbst und anderen) und Entdeckens: WER BIN ICH, WENN ICH GANZ BEI MIR BIN? Wer bin ich, wenn ich alle Erwartungen und diesen ganzen Stress einfach nicht mitmache? Was passiert dann in mir und mit mir... und vielleicht sogar: Durch mich? Ups... ich werde Mensch.