Der berühmte Problemnagel

Manchmal stößt man beim Lesen von Fachbüchern auf richtig knackige Kernsätze. So zum Beispiel auf den von Paul Watzlawick: "Wer als Werkzeug nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel.“ 

Meistens versuchen wir unsere Probleme (= Herausforderungen) mit dem einen (!) "Werkzeug" zu bewältigen, das wir von daheim mitbekommen haben. Oftmals ist das sehr EIN-seitig. Weil etwas schon immer so war, es noch nie anders sein könnte und überhaupt - wo kommen wir hin, wenn es anders ist ... versuchen wir mit brachialer Gewalt unseren Weg freizuschlagen, oder hauen mit dem Hammer auch schon mal eine Schraube ins Holz. Es geht - klar doch! Aber wie! Ob das wirklich klug ist?
Nein, um unsere Herausforderungen wirklich gut lösen zu können, brauchen wir mehr als EIN Werkzeug, also mehr als nur einen Hammer, denn sonst ist jedes Problem, gleich welcher Art immer ein "Nagel". Und den Nagel auf den Kopf zu treffen, ohne sich dabei den Daumen blutig zu schlagen, ist ja auch so eine "besondere" Erfahrung.

In der Integrativen Psychotherapie, mit der ich mich zur Zeit intensiv beschäftige, erahne ich mehr und mehr, was ich seit Jahren intuitiv in Ansätzen bereits mache: Ich habe im Laufe von zwei Jahrzehnten viele Instrumente und Werkzeuge gesammelt, mit denen ich versuche Menschen zu helfen und auch meine eigenen "Baustellen" auf die Reihe zu bringen. Der Slogan meiner Praxis ist nicht umsonst "Mehr als eine Lösung..." Nicht jeder Klient braucht die EINE Therapie, so wie nicht jeder Patient auf EIN Medikament gleichermaßen anspringt. Die Kunst liegt in der Vielfalt und der richtigen Dosis für den jeweiligen Menschen.

Daher die Empfehlung für den Tag: Nutze zur Bewältigung deiner Herausforderungen heute nicht nur den Hammer, sondern schau einmal, welche Alternativen du (noch) hast.