Was möchtest du aufgeben?

Vor einigen Jahren schon las ich das Buch von Master Han Shan "Wer loslässt, hat zwei Hände frei." Es hat mich nachdenklich gemacht, was man gewinnt, wenn man bereit ist, "Altes" aufzugeben: alte Muster, alte Strategien, alte Geschichten, sogar seinen Beruf, seine Heimat, seinen "alten" Traum, in dem man sich doch so verwirklicht sah. Manchmal muss man die Idee vom "anderen" aufgeben, damit man die andere Person und sich selbst neu entdeckt.
Das (!) kann uns heilen, ganz tief in unserer Seele. Das kann unsere Kränkungen und Verletzungen heilen. Es bleiben Narben, natürlich. Erfahrungen des Lebens! Es bleiben Schrammen und Kanten - aber wir können sie etwas glatt polieren, sie so zum Glänzen bringen. Darin erkennen wir uns wieder - ganz anders!

Der Spruch "Bevor du jemanden heilst, frag ihn, ob er bereit ist, die Dinge aufzugeben, die ihn krank gemacht haben" - trifft es auf den Kopf! Heilung geschieht dort, wo wir auch gefragt werden, was wir bereit sind, zu "investieren". Nicht im Sinne von Kapital... von Materialismus. Es braucht so wenig, um glücklich zu sein. Meist nur einen Menschen an deiner Seite, der "ja" sagt. Der Therapeut Carl Rogers hat dieses "Ja" zu seinem Grundsatz gemacht: "Bedingungslose Akzeptanz" - sie lässt heilen. Kein: "Wenn du so bist, dann ..." - sondern: "Weil du auch so bist, liebe ich dich!"
Wer loslässt, hat nicht nur zwei Hände frei! Er öffnet Herz, Leib und Verstand für das Leben.
Daher die Frage: Was möchtest du aufgeben? - Du, ja - genau du!?