Das Ende einer Idylle

Ob du den Blog nach der Überschrift überhaupt lesen wirst? Ich sag es gleich: Ich vermiese dir die ganze Feiertagsstimmung. - Wieso? Deshalb:

 

"Steinigungsurteile oder Steinigungen ohne Urteile sind in den vergangenen Jahren aus den Ländern Afghanistan, Nigeria, Iran, Irak, Jemen, Nigeria, Pakistan, Saudi-Arabien, Somalia, Sudan und den Vereinigten Arabischen Emiraten bekannt geworden. Darüber hinaus hat es in einigen Ländern Einzelfälle gegeben, die für das betreffende Land untypisch sind; z.B. eine Steinigung durch ethnische Somali im Norden Kenias, bei der das Opfer durch das Eingreifen der Polizei am Leben blieb." (aus einem Bericht der IGFM, der internationalen Gesellschaft für Menschenrechte). Darin heißt es weiter: "Das Opfer wird so lange von einer Menschenmenge mit Steinen beworfen, bis der Tod eintritt. Die Steingröße wird nach islamischem Recht und Brauch so gewählt, dass das Opfer möglichst langsam und qualvoll stirbt. Zum Teil werden die Opfer im Boden eingegraben, damit sie nicht fliehen können."

 

Und das an Weihnachten. Wie kann man nur so die Idylle kaputt machen? Wenn du bis hierher weitergelesen hast, dann deshalb, weil du dich entweder über den Blog geärgert hast oder dich fragst, was ich damit bezwecke. Gut so.

 

Heute - einen Tag nach dem Geburtsfest Jesu Christi - gedenkt die Kirche in den Gottesdiensten eines ersten Märtyrers, der genauso starb. Eine aufgehetzte Menschenmenge, jüdische Eiferer, so wie dies in den meisten Ländern heute islamistische Eiferer sind.  Ja, und unter den Christen gab es ähnliche Formen von Folter und Mord. Stephanus ist der Name des Mannes, der so in einer Lynchjustiz als erster Märtyrer des Christentums stirbt. Nicht durch einen Sprengsstoffgürtel, sondern durch Steine. Nicht, weil er sich selbst in die Luft jagte, sondern weil andere ihn kaltblütig ermordeten.

Die weihnachtliche Idylle hat ein jähes Ende mit dem heutigen Gedenktag. Und egal, ob man gläubig ist oder nicht, egal welche Religion: Steinigungen - wie jede Form von Todesstrafe - sind menschenverachtend. "Die Steinigung verstößt gegen die Artikel 3 und 5 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und die Artikel 6 und 7 des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte, die das Recht auf Leben und das Verbot von Folter und unmenschlicher Bestrafung festschreiben." (IGFM).