Unendliche Weite

Klar, es ist nicht das Weltall. Man kann sie natürlich auch hoch oben auf einem Berg spüren, oder wenn die Füße am Ufer des Meeres von den Wellen überspült werden, während dein Blick über das Meer bis zum Horizont reicht. Aber beim Autofahren dieser Tage überkam mich dieses Gefühl der "unendlichen Weite". Links und rechts nur Land, Äcker, Wiesen, Wälder. Landstraßen schlingeln sich durch die malerischen Formen und Konturen der Natur. Ein Geschenk.
In unserem Leben ist es manchmal anders. Wir trotten auf den gewohnten Trampelpfaden so dahin, gehen "weil's halt immer schon so war" unseren Weg, das Schicksal nimmt seinen "gewohnten Lauf", alles "geht halt irgendwe" - ausdrucksstarke Metaphern, die beschreiben, wie wir den Alltag erleben, durchleben, aushalten.
Doch die Frage ist: Sind wir glücklich dabei? Wo ist die Weite, die uns den Horizont erahnen lässt? Wo sind die Perspektiven, zu denen wir hinsteuern können? Als ich ein kleiner Junge war, hing gegenüber meinem Sitzplatz am Küchentisch, an dem ich morgens meine Haferflocken aß, eine Spruchkarte von Eduard Mörike: "Man muss immer etwas haben, auf das man sich freuen kann!"
Meine ganze Kindheit und große Teile meiner Jugend hat mich dieser Satz begleitet. Diese Landschaft auf dem Foto erinnert mich daran: Halte heute Ausschau nach etwas, was dich froh macht, worau du dich freust. Schau, dass du die weite Perspektive nimmst, um alles an Möglichkeiten zu sehen - ob du sie nutzt, das ist ja noch eine andere Frage! In diesem Sinne: Worauf freust du dich heute?