Die Ernte-Uhr des Lebens

Es war gestern, am Franziskustag (4.10.), genau zehn Jahre her, da habe ich das Ehepaar schon einmal begleiten dürfen. Ein liebenswerter evangelischer Superintendent zelebrierte damals die Hochzeit von U. und H., ich hielt die Ansprache. Gestern, auf den Tag, trafen wir uns in der evangelischen Kirche von Ruhla, ganz in der Nähe der Wartburg, wo wir am Abend auch gemütlich zusammen ein köstliches Mahl hielten, fast so wie zu Zeiten der Hl. Elisabeth oder Martin Luthers.
Vieles war ähnlich wie vor zehn Jahren: Die Lady hatte sich mit einem passenden Kleid fein gemacht, der Ehemann hatte einen schicken Anzug an. Ein Rosenstrauß war dabei, logisch, die Fotokamera, die Ringe (allerdings steckten diese an den Fingern), die Liederbücher und die Ehe-Kerze.

Manches war aber auch anders: Ein Song, von ihm selbst gesungen und mit seiner Band aufgenommen, kam vom Laptop und ... da waren zwei Kinder, die es vor zehn Jahren noch nicht gab. K. und K. (beide Vornamen beginnen mit K, nicht, dass die Österreicher jetzt an das Haus Habsburg denken...) saßen teilweise ruhig, aber auch hin- und herrutschend in der Bank. Der Junge trug das Eröffnungsgebet vor, das Mädchen zündete die Kerze zur Erneuerung des Eheversprechens an. Die Ehepartner fuhren mit Wertschätzung und Achtsamkeit die "Ernte" ihrer zehnjährigen Ehe ein. Berührend, bunt, intensiv. Beide sind in ihren Berufen voll gefordert - das Leben ist eben mit den Höhen und Tiefen eine Herausforderung!
Unser Blick schwelgte dabei immer mal wieder auf den großen Erntekreis am Boden, ich schätze mal 4 Meter Durchmesser (siehe Bild). Kinder und Jugendliche hatten ihn am Vormittag in der Kirche ausgelegt. Zwölf Einteilungen, wie der Tag, wie das Jahr. Eine Ernteuhr des Lebens. Auf diesem Wege... allen Eheleuten einfach mal ein: Danke, dass euch gibt und "weiter so!"