Einsame Orte zum Alleinsein

Manche Leute sind in ihren besten Jahren in die Wüste abgetaucht, haben in Höhlen gelebt oder in Wäldern gehaust. Einsiedler nannte und nennt man sie, denn es gibt sie noch heute. Es sind vor allem solche Menschen, die das Weite und die Ferne suchen - aber nicht auf dem Kreuzfahrtschiff, sondern allein auf einer Wanderung oder Pilgertour (z.B. auf dem Jakobsweg) oder indem sie ganz Europa durchqueren, immer wieder Haltepunkte suchen. Sie ziehen sich zurück, ent-ziehen sich der Welt, ziehen los, um sich selbst zu finden. Ein spannendes Unterfangen!


Orte der Einsamkeit aufzusuchen um alleinzusein, das hat nichts Depressives an sich. Es ist die Suche und Sehnsucht nach "Kraft-" oder "Energieorten", wie man so schön sagt. "Borne" oder "Haine", also abgelegene "heilige Orte". Dort empfinden wir sofort etwas "Besonderes". Die Luft ist besser, es ist stiller, das Quellwasser schmeckt anders - kurz: wir kommen mit der Natur und mit uns selbst in Kontakt.

 

Vielleicht sind es auch Orte, an denen wir mit etwas "Höherem" in Kontakt treten.

Viele Menschen nennen das "Gott". Ich gehöre auch dazu. Nicht greifbar, nicht materialisierbar, dennoch existent. Etwas, was mich umgibt, was mich stärkt. Orte, an denen das Göttliche zum Einatmen ist. Manchmal passiert es, dass man unweigerlich ein Gespräch beginnt. Die einen sagen: Man redet mich sich selbst. Andere reden mit Gott. Gebet. Wie auch immer... Manchmal muss man die Einsamkeit dafür suchen.